Erste-Hilfe: Was tun, wenn Krampfadern schmerzen?

Das Wort „Krampfader“ leitet sich vom Wort „Krummader“ ab und bedeutet einen geschlängelten und ungewöhnlichen Verlauf einer Vene unter der Haut. Die Erweiterung der Vene ist in der Regel auf einen defekten Klappenschluss im Gefäß zurückzuführen. Dadurch entsteht ein zu hoher Druck in der Vene und dies kann zu unterschiedlichen Beschwerdesymptomen führen.

Krampfadern schmerzen aus vielen unterschiedlichen Gründen

Der zu hohe Druck in der erweiterten Vene führt zu einer Reizung der umliegenden Hautnerven und kann damit Schmerzen in der Umgebung der Vene auslösen. Meist fällt dies dem Patienten auf, in dem er einen ziehenden Schmerz in der Umgebung einer erweiterten Vene bemerkt. Dies ist zunächst nicht gefährlich, kann aber einen Hinweis auf ein ausgedehnteres Krampfaderleiden geben. In diesem Fall sollte immer ein Venenspezialist zu Rate gezogen werden, um mit einer weiterführenden Ultraschalluntersuchung ein tieferliegendes Krampfaderleiden auszuschließen.

Ein Gerinnsel in einer Vene führt dazu, dass Krampfadern schmerzen

Gelegentlich kommt es in einer erweiterten Vene zur Ausbildung eines Gerinnsels (sog. Thrombus). Dies macht sich dann mit einer schmerzhaften Verhärtung der betroffenen Vene sowie einer Überwärmung und Rötung der darübergelegenen Haut bemerkbar. Diese Gerinnsel können spontan in erweiterten Venen auftreten, sie können aber auch Hinweis auf ein anderes Krankheitsgeschehen sein. Gelegentlich kommen Sie auch nach einer Venenpunktion im Rahmen einer ärztlichen Behandlung vor. Auch in diesem Falle sollte schnellstmöglich ein Venenspezialist zu Rate gezogen werden, da möglicherweise blutverdünnende Medikamente gegeben werden müssen, um ein Voranschreiten der Gerinnselbildung in tiefere Venen zu verhindern. Das Krankheitsbild einer Krampfader mit Gerinnselbildung nennt man „oberflächliche Venenthrombose“ oder „Thrombophlebitis“.

Schwellneigung des Beines führt zu schmerzenden Krampfadern

Bei einigen Patienten ist ein Krampfaderleiden bereits soweit fortgeschritten, dass das Blut in den Beinvenen versackt und sich damit Flüssigkeit im Fettgewebe unter der Haut ansammelt. Man nennt dieses Erscheinungsbild ein Ödem. Auch ein Ödem kann durch Reizung der umliegenden Hautnerven zu Schmerzen führen. Dieses Ödem ist bereits das erste Anzeichen für eine chronische venöse Insuffizienz und erfordert ebenfalls eine für weitere phlebologische Abklärung. Sollte sich ein Krampfaderleiden als Ursache dieser Wasseransammlung herausstellen, so besteht in aller Regel eine Indikation zu einer invasiven Therapie z.B. mittels Laser oder Radiofrequenzablation oder einer Schaumverödung.

Ausgeschlossen werden muss aber in jedem Fall bei einer einseitigen Schwellung eines Beines eine tiefe Beinvenenthrombose. Die Methode der Wahl ist hierbei die Ultraschalluntersuchung, bei der mit hoher Sicherheit eine Thrombose nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann.

Was tun, wenn Krampfadern schmerzen?

Empfehlenswert ist immer die Einholung einer ärztlichen Konsultation z.B. bei einem Venen-Facharzt (Phlebologe oder Gefäßchirurg). Dieser kann durch eine Ultraschalluntersuchung und weiterführende Venenfunktionsprüfungen mit der Licht-Reflexions-Rheografie und venöser Verschluss-Plethysmografie Aussagen zur Venenfunktion und zu den Venenklappen treffen. Sollte es sich um ein mildes Krampfaderleiden handeln, so kann oftmals durch das Tragen eines Kompressionsstrumpfes der Klasse I oder II eine deutliche Beschwerdelinderung erzielt werden. In der Regel reicht ein Unterschenkel-Kompressionsstrumpf und hier auch die leichteste Klasse I, da diese Form des Strumpfes vom Patienten besser toleriert und somit häufiger getragen wird als ein Oberschenkel-Kompressionsstrumpf der Klasse II.

Kompressionsstrümpfe helfen, wenn Krampfadern schmerzen

Hilfreich sind auch kalte Güsse der Beine für jeweils 5 Minuten unter der Dusche. Dadurch kommt es zu einer Kontraktion der Venen und einem Rückgang der Beschwerden. Auch Medikamente können nach der aktuellen Studienlage gelegentlich eine Beschwerdelinderung erzielen. Ausgedehntere Venenleiden unter Einschluss der Stammvenen erfordern häufig aber ein invasives Vorgehen mit einer minimalinvasiven endovenösen Operationstechnik (z.B. Laser oder Radiofrequenz). Dies wird Ihr behandelnder Phlebologe aber in einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen erörtern und die Vor- und Nachteile der Einzelverfahren mit Ihnen besprechen. Dadurch kann ein individuell maßgeschneidertes Therapiekonzept erstellt werden.

Hilfe gibt es immer, wenn Krampfadern schmerzen

Auf keinen Fall aber müssen schmerzende Krampfadern ertragen werden, da das Krampfaderleiden in der Regel effektiv mit den unterschiedlichsten und hocheffektiven Verfahren behandelt werden kann.